Gewerbliche Schifffahrt auf dem Neckar
Der Neckar ist eine wichtige Wasserstraße für die Binnenschifffahrt, die eine klimafreundliche Alternative zum Lkw-Transport darstellt, wobei Schiffe riesige Mengen an Massengütern (Erz, Kohle, Mineralöl), aber auch Maschinen, Stahl und Getreide transportieren; die genaue jährliche Gütermenge ist nicht direkt im Snippet genannt, aber die IHK betont die Wichtigkeit, die Infrastruktur (Häfen) auszubauen, um das Ziel von 12% Anteil der Binnenschifffahrt am Modal Split zu erreichen, wofür Investitionen in Digitalisierung und nachhaltigere Schiffe nötig sind.
Wichtige Aspekte der Neckarschifffahrt:
- Transportgut: Es werden fast alle Arten von Gütern bewegt, darunter Flüssigkeiten (Öl, LNG), Massengüter (Eisenerz, Düngemittel, Getreide, Kohle) sowie schwere Lasten wie Maschinen und Stahl.
- Effizienz: Ein einzelnes Binnenschiff kann die Ladung von bis zu 150 Lastwagen ersetzen, was den Transport sicherer und energieeffizienter macht.
- Masterplan Binnenschifffahrt: Das Bundesverkehrsministerium plant Investitionen in die Infrastruktur, eine modernere Flotte (emissionsärmere Schiffe) und die Digitalisierung, um die Schifffahrt zukunftsfähig zu machen.
- Ziele: Die Steigerung des Anteils der Binnenschifffahrt am Gesamtverkehr (Modal Split) auf 12 % ist ein wichtiges Ziel, wofür gut erreichbare Häfen und eine sichere Schiffbarkeit des Rheins (als Verbindung) entscheidend sind.
Um konkrete Zahlen zur Gütermenge zu finden, müssten aktuelle Statistiken der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) oder der zuständigen Industrie- und Handelskammern (z.B. IHK Rhein-Neckar) recherchiert werden.
Der Güterverkehr auf dem Neckar unterliegt derzeit folgenden Entwicklungen und statistischen Werten:
Aktuelle Gütermengen (2024/2025)
- Gesamttrend: Die Binnenschifffahrt in Baden-Württemberg verzeichnete 2024 eine Erholung mit einem Anstieg des Güterumschlags um 2,8 % gegenüber dem Vorjahr. Zuvor hatte das Jahr 2023 einen historischen Tiefstwert für die Region markiert.
- Hafen Mannheim: Als wichtigster Knotenpunkt am Neckar und Rhein meldete der Hafen für das Gesamtjahr 2023 einen wasserseitigen Umschlag von 11,4 Millionen Tonnen (zusammen mit Ludwigshafen). Im Juni 2024 gab es einen deutlichen Zuwachs von rund 16,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Langfristige Einordnung
- Historische Kapazität: Im Jahr 2012 wurden auf dem Neckar etwa 7,56 Millionen Tonnen befördert.
- Wichtigste Gütergruppen: Zu den transportierten Gütern gehören primär Metalle, Metallerzeugnisse, Sekundärrohstoffe (Abfälle) sowie Fahrzeugtransporte und Maschinen.
- Containerverkehr: Trotz rückläufiger Tonnage bei Massengütern in den Vorjahren stieg der Containerverkehr (z. B. 2023 um 7,2 % auf 165.707 TEU in Baden-Württemberg).
Logistische Bedeutung
Ein modernes Binnenschiff auf dem Neckar (Großmotorgüterschiff) kann bei ausreichendem Tiefgang bis zu 2.100 Tonnen Nutzlast transportieren. Dies ersetzt rein rechnerisch etwa 100 Lastwagen oder die doppelte Kapazität eines Güterzugs.
Weitere Details und aktuelle Verkehrsberichte finden Sie bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) oder dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.
Der Klimawandel beeinträchtigt den Gütertransport auf dem Neckar vor allem durch
niedrigere Wasserstände (Trockenheit, Dürre) und extremere Wetterereignisse (Hochwasser, Starkregen), was zu Einschränkungen der Tragfähigkeit, Fahrverbote, längere Transportzeiten und höheren Kosten führt, während gleichzeitig die Binnenschifffahrt als klimafreundlichere Alternative zum LKW-Verkehr gestärkt werden soll, um Emissionen zu senken.
Direkte Auswirkungen auf den Neckar-Güterverkehr:
- Niedrigwasser: Längere Trockenperioden senken den Pegel, was die maximale Beladung von Schiffen reduziert oder Fahrten unmöglich macht (Tiefgangsprobleme), wie z.B. bei der «Niedrigwasser-Saison» in den Jahren 2018/2019, erklärt von der «Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)».
- Hochwasser & Starkregen: Starke Regenfälle können zu Hochwasser führen, das Strömungen gefährlich beschleunigt und Schleusenbetrieb beeinträchtigt, was ebenfalls zu Fahrverboten und Verzögerungen führt, wie die «WSV» berichtet.
- Verlängerte Transportzeiten: Durch die Einschränkungen müssen Schiffe teils nur halb beladen fahren oder pausieren, was zu massiven Verspätungen führt und die Zuverlässigkeit der Binnenschifffahrt mindert.
Indirekte & übergeordnete Auswirkungen:
- Verstärkter Druck zur Verlagerung: Die Klimakrise erhöht den Bedarf, vom emissionsintensiven LKW-Verkehr auf die umweltfreundlichere Binnenschifffahrt umzusteigen (Modal Shift), was den Neckar als Transportweg wichtiger macht, aber auch anfälliger für Klimafolgen.
- Infrastrukturanpassungen: Es werden Investitionen in Anpassungen der Infrastruktur benötigt, um widerstandsfähiger gegen Extremwetter zu werden (z.B. Schleusen, Uferbefestigungen).
Maßnahmen & Perspektiven:
- Digitalisierung: Bessere Prognosemodelle für Wasserstände (wie das „Pegel-Monitoring“ der WSV) helfen, besser zu planen.
- Modernisierung: Investitionen in effizientere Schiffe und flexible Lastkonzepte werden gefördert.
- Ökologisierung: Der Fokus liegt auf der Reduzierung von Emissionen auch auf der Wasserstraße selbst (z.B. durch alternative Antriebe).
Zusammenfassend: Der Neckar als wichtiger Transportweg ist direkt vom Klimawandel betroffen, was die Zuverlässigkeit des Gütertransports gefährdet, aber gleichzeitig die Rolle der Binnenschifffahrt als klimafreundliche Alternative unterstreicht und Anpassungen notwendig macht.
Presseinformationen | 20.10.2022
Neckar bietet großes Potenzial für Gütertransport und Klimaschutz
Durch den Ausbau des Neckars für Schiffe mit einer Länge von 135m könnte eine erhöhte Transportkapazität von rund 25 Prozent geschaffen werden. Die Schleusenverlängerung könnte einen deutlichen Beitrag leisten zur Verringerung des CO2-Austosses.
Die langfristige Weiterentwicklung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des Neckars als Transportweg ist erklärtes Ziel des Verbands Region Stuttgart. Welches Potenzial der Neckar für den Güterverkehr und die Reduktion des CO2-Austosses hat, wurde am Mittwoch in der Sitzung des Verkehrsausschusses erläutert.
Der Bericht über die Bundeswasserstraße Neckar bestärkt das Anliegen, die 27 Neckarschleusen zwischen Plochingen und Mannheim von derzeit 105m auf 140m zu verlängern und sanieren. Dadurch könnten moderne 135m Frachter den Neckar nutzen und gleichzeitig ein Viertel bis ein Drittel mehr Fracht transportieren. Der Ausbau der Schleusen sei unabdingbar, um die außerordentlich hohe wirtschaftliche Bedeutung des Neckars als Transportweg zu erhalten und zu stärken. Zudem gäbe es Potenzial für eine Verlagerung der Transporte auf die Wasserstraße. Dies würde zu einem deutlich niedrigeren CO2 Ausstoß führen und einen Beitrag zum Verkehrswendeziel des Landes leisten. Der Ausbau des Neckars für Schiffe mit einer Länge von 135m ist aktuell in der Abstimmung zwischen dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr und dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Im Mai 2022 haben sich der Verband Region Stuttgart gemeinsam mit der Landeshauptstadt, dem Landkreis Esslingen, der Stadt Plochingen und der IHK Region Stuttgart für die Verlängerung und Sanierung der Neckarschleusen beim zuständigen Bundesministerium starkgemacht.
Transportmengen und Zusammensetzung
2021 wurden nach Zahlen der Wasserstraßen und Schifffahrtsverwaltung Neckar 5,1 Mio. Tonnen an Gütern auf dem Neckar transportiert. Bis September 2022 waren es trotz Niedrigwasserphasen 3,19 Millionen Tonnen. Beim Großteil der Transportgüter handelte es sich um Baustoffe und Erde (41 Prozent), gefolgt von Salz (18 Prozent) Metalle/Schrott sowie Landwirtschafts- und Futtermittel (jeweils 10 Prozent). Der Containerumschlag im Hafen Stuttgart betrug 2021 rund 18.000 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit).
Sanierungs- und Baumaßnahmen
In den letzten fünf Jahren wurden rund 60 Mio. Euro in unterschiedliche Unterhaltungs- und Betriebssicherheitssmaßnahmen investiert. Jährlich sieht das Wasser- und Schifffahrtsamt Neckar 25 Mio. Euro für solche Maßnahmen vor. Im Hafen Stuttgart findet seit 1996 die Entwicklung eines Containerterminals statt. Dieser wurde kontinuierlich erweitert von zunächst 8.000qm auf künftig bis zu 62.000qm. Im Vorgriff auf eine Verlängerung der Neckarschleusen auf 135m wurden im Hafen Plochingen bereits einige Maßnahmen, ergriffen.
Neckar als Quelle für Energie
An jeder Staustufe des Neckars ist eine Wasserkraftanlage in Betrieb. In den Kraftwerken entlang des Neckars erarbeiten 54 Turbinensätze jährlich ca. 530 Mio. Kilowattstunden Strom. Damit können rund 330.000 Menschen mit Strom versorgt und rund 490.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Teile des erzeugten Stroms regeln den Wasserstand für die Neckarschifffahrt und werden zum Betrieb der Schleusen und Wehre eingesetzt. In den letzten Jahrzehnten ist das Potenzial für Wasserkraft gestiegen. Dieses wird jedoch künftig durch die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit aufgebraucht. Auf den Hafengebäuden ist in Zukunft Fotovoltaik denkbar. Zudem sind mehrere Pilotprojekte für eine Wärmenutzung über Flusswasserwärmepumpen in Vorplanung.